Wie der Glaube Schiffbruch erleidet

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Die Bibel berichtet, das man als Christ durchaus „Schiffbruch im Glauben“ erleiden kann. Wie sieht solcher Schiffbruch aus und welche Konsequenzen hat dieser?

Die Bibel berichtet, das man als Christ durchaus „Schiffbruch im Glauben“ erleiden kann. Wie sieht solcher Schiffbruch aus und welche Konsequenzen hat dieser? Wenn wir an einen Schiffbruch denken, dann haben wir sofort schlimme Bilder aus der Schifffahrt vor Augen. Unglücke, die durch Sturm oder Versagen den Untergang eines Schiffes und das Ertrinken der Schiffsbesatzung zur Folge haben. Als eines der letzten Unglücke wurde das der „Costa Concordia“ recht bekannt. Oftmals liegt am Ende das Schiff auf dem Meeresgrund und die Leichen der Besatzung werden an den Strand gespült. Wie sieht ein solches Unglück, ein Schiffbruch im Glauben aus? Müssen wir Angst haben durch Fehler und Versagen am Ende als „geistliche Leichen“ in der Hölle angeschwemmt zu werden?

In der Bibel schreibt Paulus über zwei Männer, die in ihrem Glauben Schiffbruch erlitten haben. An dem Beispiel von Hymenäus und Alexander können wir erkennen, was es bedeutet „Schiffbruch im Gauben“ zu erleben.

Mein lieber Timotheus! Du bist für mich wie ein eigener Sohn. Dir vertraue ich jetzt diese Botschaft an. So ist es dir früher schon durch Prophetien gesagt worden, damit du tapfer und unerschrocken kämpfen kannst. Bleib in deinem Glauben fest, und bewahr dir ein reines Gewissen. Denn wie du weißt, haben einige ihr Gewissen zum Schweigen gebracht, und deshalb hat ihr Glaube Schiffbruch erlitten.Hymenäus und Alexander gehören zu ihnen. Ich habe sie dem Satan ausgeliefert, damit sie zur Besinnung kommen und Gott nicht länger verhöhnen. 1. Timotheus 1:18-20‬ – HFA

Am Anfang des Textes schreibt Paulus das Timotheus den „guten Kampf“ des Glaubens führen soll. Wie sieht dieser aus? Um dieses zu verdeutlichen gebraucht Paulus das Beispiel von Hymenäus und Alexander, die diesen Kampf NICHT geführt haben und dadurch in ihrem Glauben Schiffbruch erlitten haben. Was haben diese beiden Männer gemacht, das ihr Glauben solchen Schaden genommen hat, und wie gross ist der Schaden wirklich gewesen? Es steht im Text, dass sie „ihr Gewissen zum Schweigen gebracht“ haben und das dies die Ursache für den Schiffbruch ist. Wie ist das zu verstehen?

Das Gewissen in uns zeig uns permanent unsere Verfehlungen auf. Immer dann, wenn wir etwas machen, das der himmlische Vater nicht möchte (sündigen) meldet sich im Normalfall das Gewissen in uns und klagt uns an. Das zentrales Wort des Gewissens ist: „schon wieder“ … Jetzt hast du „schon wieder“ …. diesem hübschen Mädel nachgeschaut, „schon wieder“ die falsche Internetseite besucht“,„schon wieder falsch regiert“, „schon wieder“ lieblose Worte gebraucht“,und vieles mehr. Das Gewissen hat die Funktion uns unserer Sünden zu überführen und zeigt damit in unserem Herzen unser Schlechtigkeit und Verdorbenheit auf. Solches innere Überführen sollte bei jedem Menschen stattfinden. Zumindest wenn das Gewissen gesund ist. Als Christen haben wir jedoch eine ganz besondere Stellung vor Gott, die sich auch im Umgang mit unserem Gewissen wiederspiegeln sollte. Dieses schreibt Johannes in seinem ersten Brief:

Daran zeigt sich, dass die Wahrheit unser Leben bestimmt. So können wir mit einem guten Gewissen vor Gott treten. Doch auch wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unser Gewissen. Er kennt uns ganz genau. Kann uns also unser Gewissen nicht mehr verurteilen, meine Lieben, dann dürfen wir voller Freude und Zuversicht zu Gott kommen. 1. Johannes 3‬:19-21 – HFA

Johannes schreibt hier ganz klar davon, dass uns unser Gewissen zwar anklagen und schuldig sprechen kann. Es redet auch in Christen und erlösten Menschen wie in Heiden, die Gott nicht kennen. Im Unterschied zu ihnen kann uns das gewissen jedoch nicht mehr verurteilen, da wir durch Jesus freigesprochen sind. Wie konnte es dann aber dazu kommen, dass diese beiden Männer aus der ersten Gemeinde in ihrem Schiffbruch erleiden? Es ist ganz einfach, sie sind in einer falschen Weise mit diesem anklagenden Gewissen umgegangen. Wo ist also das Problem dabei und wie konnten diese zwei Glaubensbrüder dabei Schiffbruch erleiden wenn es doch so einfach ist? Es stehen sich hier zwei Umgangsformen mit dem Gewissen gegenüber.

Der gesunde Umgang mit dem anklagenden Gewissen
Der gute und gesunde Weg im Umgang mit dem anklagenden Gewissen ist unser „ja“ zu diesen Vorhaltungen. Das wir „ja und amen“ zu der Überführung unseres schwachen und fehlerhaften Wesen sagen können. Jedoch wenn sich unser Gewissen anklagend meldet, dürfen und können wir auch immer gleichzeitig auf das Erlösungswerk Christi verweisen. Wenn sich das Gewissen in uns meldet, dürfen wir sagen:“ Ja das stimmt, aber Jesus hat mich bereits von dieser Schuld freigesprochen“, wie ich bereits in meinem „Kaminkehrer-Post“ erläutert habe. Solch eine Reaktion unseres Herzens bringt das Gewissen NICHT zum schweigen, sondern schafft in uns eine demütige Grundeinstellung und führt uns immer wieder die Grösse der Gnade Gottes durch Jesus vor Augen.

Der ungesunde Umgang mit dem anklagenden Gewissen
Im Gegensatz dazu der ungesunde Umgang mit dem Anklagenden Gewissen am Beispiel von Hymenäus und Alexander. Sie haben ihre Gewissen zum Schweigen gebracht indem sie die Stimme ignoriert haben.

halte fest am Glauben und erhalte dein Gewissen rein (sauber)! Auf dessen warnende Stimme haben einige nicht hören wollen (sie von sich gestossen), und darum hat ihr Glauben Schiffbruch gelitten. 1. Timotheus 1:19 – GANTP

Aus meiner Seelsorge-Praxis weiss ich sehr genau wie ein solcher Prozess verläuft:

1.Zuerst wird der Anklage des Gewissen Glauben geschenkt OHNE ihm die Erlösung durch Jesus zu entgegenen
2.Stattdessen wird versucht aus eigener Kraft die Ursachen zu bearbeiten. „Streng dich an“ – „Arbeite an deiner Heiligung“ – „Übe dich in besserer Selbstdisziplin“ und viele andere Selbstgespräche finden da in unserem Herzen statt.
3.Wenn die betreffende Person aber dann merkt, dass sie es nicht schafft, dann beginnt sie die Grösse der Schuld, mit dem das Gewissen anklagt, zu relativieren. „Andere Christen sind viel schlimmer als ich“ und vieles mehr.
4.Solches führt dann automatisch zu einem ignorieren und verdrängender Stimme des Gewissens.
5.Wenn nun aber das Gewissen nicht mehr gehört wird, findet auch die permanente Kapitulation und Besinnung auf die Gnade nicht mehr statt.
6.Stattdessen übt man sich weiter in der „Heiligung aus eigener Kraft“ statt sich auf die Heiligung durch Christus zu berufen.

Und auf diese Weise erleidet der Glauben Schiffbruch, denn es handelt sich lediglich um christliche Religion, aber nicht um ein Leben in der Gnade des Herr.

Denn mit einem Opfer hat er alle, die sich dadurch heiligen lassen, für immer zur Vollkommenheit gebracht. (Hebräer 10‬:14‬ GANTP)

Du darfst sicher sein:Du bist in der Verbundenheit mit Jesus für den himmlischen Vater immer gut genug, auch wenn das Gewissen dir etwas anderes sagt. Entgegne diesem einfach:“Ich bin in Christus angenommen, er hat alle meine Schuld und Unvollkommenheit getragen, darum darf ich vor dem himmlischen Vater leben. Christus ist in mir darum habe ich zu seiner Ruhe gefunden“.



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