SOS – Hört mich jemand?

This entry is part 2-2 of 9 in the series SOS(2018)

Es gibt, so glaube ich, für jeden Orte, da fühlt man sich so richtig wohl. Da kommt jedem von uns der Satz über die Lippen „Lasst uns hier Hütten bauen“ – hier will ich bleiben! Bei mir ist das so am Atlantik. Ich liebe den Atlantik und zwar möglichst weit im Süden. Hier zum Beispiel in der Nähe von Daytona Beach.

Am Atlantik ist es klasse. Denn da gibt es keine Mücken und dann noch im Süden wo es so richtig warm ist – einfach klasse. Aber nicht immer ist es am Atlantik lustig, denn da könne heftige Stürme aufziehen. Und wenn man dann auf dem Atlantik ist …

Ich möchte euch nun eine Frau vorstellen, die praktisch erfahren hat wie unberechenbar rau der Atlantik sein kann. Mylène Paquette, eine kanadische Sport-Ruderin, eine Leistungssportlerin (also bitte nicht nachmachen) versuchte Geschichte zu schreiben, indem sie den Plan fasste als erste Frau in einer Solofahrt ausschliesslich durch Muskelkraft und durch geschicktes ausnutzen der Meeresströmung in einem Ruderboot den Nordatlantik zu überqueren. Natürlich geht dies nicht mit einem gewöhnlichen Ruderboot, sondern es brauchte schon ein echtes High-Tech Gerät,dass mit allen technischen Finessen der Neuzeit ausgestattet war.

Ihr seht hier ihr „Ein-Mann Ruderboot“ oder besser „Ein-Frau-Ruderboot“. Dieses war ausgestattet mit einer isolierte Kajüte /Kabine, in dieser eine Schlafmöglichkeit, eine Vielzahl Nautische Instrumente, einschliesslich eines Satelliten-Telefon, Solarzellen Stromversorgung und vieles mehr. Jedoch kein Zusatzantrieb, nicht einmal ein Segel. Das Boot sollte alleine durch Muskelkraft und die Meeresströmung angetrieben werden. Der sogar in der Presse vielbeachtete Start war dann im Juli 2013 in Montreal, Kanada. Geplant war eine Reiseroute von ca. 2.700 nautischen Meilen, was in etwa 5.000 km Entfernung entspricht, und nach Lorient in Frankreich führen sollte.

Und so ruderte sie los. Bis etwa zur halben Strecke ging alles gut, dann jedoch trafen sie dann die „Reste“ des Hurrikan “Humberto”, der auf dem Ozean sein Unwesen getrieben hatte. Mylène kenterte 2x in etwa zwölf Meter hohen Wellen, obwohl ihr Boot eigentlich speziell dagegen eingerichtet war. Offensichtlich waren diese Sturm-Wellen zu mächtig. Durch die vorhandene ausgeklügelte Technik richtete sich das Boot zwar wieder erfolgreich auf, jedoch verlor sie durch dieses Kentern ihren Anker, das iPhone und Satelliten-Telefon, und vieles mehr. Also fast die gesamten technischen Teil der Ausrüstung. Aber auch fast alles Essen und die Bekleidung waren hinüber.

Aber dadurch das auch ihre ganzeNavigation und Kommunikation hinüber war konnte sie nicht mehr sich mit der Aussenwelt in Verbindung setzen und konnten niemanden mitteilen in welcher Not sie war. Später schrieb sie, dass sich eine grosse Verzweiflung in ihr breit machte. Mitten auf dem Atlantischen Ozean, auf dieser riesigen Wasserwüste 2.500 km vom nächsten Land entfernt, ohne Navigation, Verpflegung und dem anderen Lebensnotwendigen; sie wusste – jetzt ist es unmöglich das Abenteuer zu überleben. Ohne Wasser – ohne Nahrung … Verzweiflung macht sich breit. Die Wahrscheinlichkeit das sie irgendjemand in dieser Einsamkeit auf dem Wasser findet ist extrem gering. So rief sie in ihre Verzweiflung einfach in das übrig gebliebene traditionelle Funkgerät: ”Hilfe, ist hier draussen irgendeiner – hört mich irgend-jemand ?” Da die Reichweite des traditionellen Funkgerätes eher klein ist, im Verhältnis zu den Distanzen auf dem Ozean, war dies eher ein unsinniger Versuch. Doch war ein Schiff in der „Nähe“ (einige hundert Seemeilen) und hörte den Funkspruch. Das Kreuzfahrtschiff “Queen Mary 2” war auf dem Weg nach Europa zurück. Der Kapitän hatte eher zufällig das schwache Funksignal aufgeschnappt und versuchte zu helfen. Ein bekannter Pastor war auf dem Schiff und berichtete später von einer ominösen Durchsage des Kapitän. In etwa so: „Liebe Passagiere, wir werden jetzt den Kurs ändern – einige hundert Seemeilen von Kurs gehen und die Maschinen stoppen“. Er berichtete uns später von den Ängsten der Passagiere. Jeder reimte sich etwas anderes zurecht. Möglicherweise wollte man Piraten aus dem Weg gehen, andere meinten es gäbe einen technischen Schaden und man müsste auf Ersatzteile warten – oder was auch immer an Gerüchten umme war. Bis sie alle mit eigenen Augen sehen konnten, warum der Kapitän den Kurs geändert hatte und hatte anhalten mussten. Mylène beschriebt später im Internet wie sie sich gefühlt hatte als da ein 15 stöckiges Schiff auf sie zu kommt um sie zu retten. Es muss von ihrem kleinen Ruderboot aus imponierend ausgesehen haben wie da ein Ozeanriese , wesentlich grösser als die Titanic mit 15 Stockwerken und 4000 Menschen auf sie zukommt. Sie konnte sehen wie sie alle an der Reeling stehen und sich darüber freuen jemanden gerettet zu haben

Aber Mylene wollte sich nicht retten lassen. Sie bat den Kapitän der Queen Mary lediglich um neue Ausrüstung damit sie die Fahrt zu Ende bringen konnte. So bekam sie ein neues Satelliten-Telefon, Neue Technik, trockne Wäsche, Handtücher, Essen, Wasser und so weiter … und dann ist sie weiter gerudert. Um dann wie geplant in Paris anzukommen.

Für mich ist die Geschichte wie die moderne Form des Gleichnisses vom guten Hirten – hier in Form eines Kreuzfahrtschiff-Kapitän. Nur hat er seine Schafe (die Besatzung und Passagiere) nicht alleine zurück gelassen um das eine Verlorene zu retten. Sondern er hat die 99 einfach mitgeschleift – das eine zu retten. Er wagt einen grossen Umweg – mit seinem gigantischen Schiff um eine Ruderin vor dem sicheren Tod zu bewahren. Eben – eine moderne Version des Gleichnis vom „guten Hirten“ der das eine verlorene suchen geht – Mitten auf dem Atlantik. Es ist eigentlich wie so oft in unseren Tagen. Die Menschen glauben das Leben sei eine ganz grosse Challenge. Eine grosse Herausforderung die man sehr wohl gewinnen kann. Doch dann trifft man auf so einen Hurrican Umberto – auf Krankheit, auf Arbeitslosigkeit, auf Eheprobleme oder was auch immer, und alles wird aus dem Ruder geworfen. So manch einer von euch kennt seine Begegnung mit seinem persönlichen „Humberto“. Das ist dann der Moment in dem der liebende Vater im Himmel ins Spiel tritt, der dann mit in das gekenterte Ruderboot einsteigen will. Er hat dein Wohl im Sinn – nicht deinen Untergang. Aber NICHT so, dass du es nachher geschafft hast, sondern so, dass JESUS ALLE EHRE bekommt. Wenn Gott – in Person des Heiligen Geistes in das Leben eines Menschen helfend hineintritt dann immer – damit Jesus alle Ehre bekommt. Und Gott sucht immer den einen, den einen Untergehenden. Es geht keiner über diesen Planeten, den Gott nicht sieht. Er sieht den Untergehenden – den um Hilfe schreienden und möchte das seine Hilfe zu den Einen kommt. Wenn du so jemand bist, dann lass dir gesagt sein, Gott hört dich. Sein Arm ist nicht zu kurz um seine Hilfe zu dir kommen zulassen



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