Das letzte Hemd hat doch Taschen [10]

In dem biblischen Bericht erklärt Jesus an einer Stelle seinen Zuhörern wie es sein wird, wenn unsere Seele den Körper verlässt. Wie es nach unserem sterben sein wird, wenn wir ohne das Fleisch an uns existieren. Hieraus ein Vers, aus der Erzählung vom reichen Mann und dem armen Lazarus

Lk.16,23 Und als er (der reiche Mann) im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er den Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.

Jesus beschreibt eine Begegnung zweier Menschen im Totenreich (im Hardes), also NACHDEM sie verstorben sind. Dieses unsichtbare Totenreich, wohin die Seelen der Verstorbenen gehen, liegt ausserhalb unserer erfassbaren Dimensionen. Solange wir „im Fleisch“ auf dieser Erde unterwegs sind, werden wir die unsichtbare Welt weder sehen, noch verstehen können. Doch Jesus kam aus dieser Welt und hatte auch im Fleisch direkten Kontakt zu ihr. Er wusste wovon er sprach. In diesem Totenreich wurden vor Jesu Tod, Auferstehung alle Seelen der Verstorbenen aufgebahrt. Sie warteten dort auf die Erhöhung des Messias auf die Inthronisierung des Jesus Christus. Nach Jesu sterben am Kreuz ging er in das Totenreich. So steht es geschrieben:

„Darum heißt es in der Schrift: »Als er im Triumphzug zur Höhe hinaufstieg, hat er Gefangene mit sich geführt und Geschenke an die Menschen verteilt.« Wenn hier steht: »Er ist hinaufgestiegen«, dann muss er doch ´zunächst einmal` hinuntergestiegen sein – hinunter bis in die tiefsten Tiefen der Erde. Und er, der hinuntergestiegen ist, ist dann auch wieder hinaufgestiegen bis über den höchsten aller Himmel, um so das ganze Universum ´mit seiner Gegenwart` zu erfüllen.“‭‭Epheser‬ ‭4:8-10‬ ‭NGU2011‬‬

Jesus ist nach seinem Tod am Kreuz in das Totenreich gegangen, und hat die dort wartenden, auf ihn hoffenden Verstorbenen Seelen mit sich in den Himmel geführt. Wir sehen dies an einer „Randnotiz“ bei derm Bericht von der Hinrichtung Jesu.

„Im selben Augenblick riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei; die Erde begann zu beben, die Felsen spalteten sich, und die Gräber öffneten sich. Viele verstorbene Heilige wurden auferweckt. Sie kamen nach der Auferstehung Jesu aus ihren Gräbern, gingen in die Heilige Stadt und erschienen vielen Menschen.“ – ‭‭Matthäus‬ ‭27:51-53‬ ‭NGU2011‬‬

Nach seinem sterben am Kreuz ist Jesus in das Totenreich gegangen und hat die dort wartenden Heiligen befreit und mit sich an himmlische Orte geführt. Seitdem ist der Hardes leer und jeder verstirbt geht nach seinem Tod entweder direkt in den Himmel, oder direkt in die ewige Verlorenheit. Heute ist der Hardes leer und wird ganz am Ende der Zeit vernichtet werden. Zurück zu unserem Bericht vom armen Lazarus und dem reichen Mann. Da dieser Geschehnis zeitlich vor Jesu Tod am Kreuz liegt, kamen diese beiden in den Hardes, in das Totenteich. Wie Jesus lehrt, war dieser Ort in zwei Bereiche aufgeteilt. Einen für die Gerechten und einen für alle anderen, die den göttlichen Gerechtigkeits-Anspruch nicht erfüllten. Die eine Seite erlebte göttliche Fürsorge, die andere ewiges Leiden. An diesem Bericht können wir sehr viel über das „sein“ des Menschen ohne fleischlichen Körper lernen:

○ Die beiden Verstorbenen können sich sehen, auch ohne das sie einen Körper haben. Nicht nur das, sie können sich erkennen. Es muss also nach unserem Versterben noch eine Form und Gestalt vorhanden sein, an der wir erkennbar sind.
○ Beide, Lazarus wie der reiche Mann haben nach ihrem irdischen Ableben ihre Identität behalten. Sie sind immer noch Lazarus und der reiche Mann. Ihr Name und ihre „Form“ ist immer noch die gleiche.  
○ Beide haben noch ihre Erinnerungen. Sie können sich an ihr Leben auf Erden erinnern, wissen wer sie sind und wo sie herkommen. Der reiche Mann weiss auch nach seinem Tod das er Brüder hat, die noch auf der Erde leben.
○ Sie haben Empfindungen. Der reiche Mann leidet, wie auch immer dies geschieht ohne materiellem Körper. Er hat Angst, spürt diese, und leidet Qualen.
○ Wir sehen das die Beiden ihren Charakter nicht verloren haben. Der reiche Mann will noch immer einen Diener durch die Gegend schicken und Anweisungen geben. „Schick doch mal den Lazarus …“. Selbst am Ort der Qual ist der reiche Mann ganz der Alte. Es tönt wie der Ruf nach dem Hausdiener, hol doch mal den Wein.

Wir können also sehen, das in der Beschreibung von Jesus, wir alle sehr viel mitnehmen in die ewige unsichtbaren Welt. Es sind alles Merkmale die unser Wesen ausmachen.

○ Erkennbare Körperlichkeit, auch ohne Fleisch. (Gestalt, Aussehen)
○ Identität (Name)
○ Erinnerungen (unsere Geschichte)
○ Empfindungen (Gefühlsleben)
○ Charakter (Persönlichkeit)

Aus diesen Betrachtungen heraus glaube ich, das Gottes Ziel mit uns hier auf diesem Planeten Charakterbildung ist. Sein Ziel mit uns ist ein gottesfürchtiger, fester Charakter, auf Christus vertrauender Charakter, der Ewigkeitstauglich ist.  Wenn dieses Ziel Gottes mit uns kennen und verstehen, haben wir einen viel klareren Blick für seine Wege Gottes in unserm Leben. So glaube ich, dass Jesus durch seinen Heiligen Geist bei uns allen dran ist unseren Charakter zu formen. Daran zu wirken, diesen ewigkeitstauglich werden zu lassen. 
Geben wir uns seinem Wirken hin.



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