Nichts erwarten?

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Vor einigen Wochen sagte mir eine Frau: „Ich erwarte nichts, dann kann ich auch nicht enttäuscht werden.“ Das ist sicherlich manchmal bei Menschen durchaus angebracht, doch bezüglich Gott scheint mir eine solche Einstellung sehr hinderlich. 

Im biblischen Bericht lesen wir, dass, als Jesus nach seiner Berufung in seine Heimatstadt zurückgekommen war, die Einwohner NICHTS von ihm erwarteten. Er war ja nur der Sohn des Zimmermanns. Was sollte man da schon besonderes von ihm erwarten? Deshalb sagt die Bibel, dass Jesus wegen dieser fehlenden Erwartung keine Zeichen und Wunder bewirken konnte.

Weil die Menschen in Nazareth nicht an Jesus glaubten, tat er dort nur wenige Wunder. – ‭Matthäus‬ ‭13:58‬ ‭HFA‬‬

Die Worte „Erwarten“ und „Glauben“ sind direkt miteinander verbunden. Jemand, der nicht glaubt, erwartet auch nichts. Dagegen wer glaubt, erwartet auch.

Verglichen mit den Jahren der ersten Christen und der Zeit der ersten Gemeinde passieren heute nur noch wenige Zeichen und Wunder in unseren Gottesdiensten. Die Situation hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der in Nazareth. Könnte dies damit zusammenhängen, dass wir, wie die Menschen in Jesu Heimatstadt, keine Erwartungen haben? Könnte es sein, dass wir uns am Sonntagmorgen ohne die Erwartung, dass Gott etwas Grosses in unserer Mitte tun möchte, treffen?


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