Josef Scriven – Welch ein Freund ist unser Jesus

Kategorien Dichter und ihre Lieder

Dieses Lied hat viele Menschen in ihrem Glaubensleben begleitet. Es ist ein beliebtes Wunschlied zum Geburtstag. Was für eine Entstehungsgeschichte steht hinter diesem Lied?

Das Thema ist die freundschaftliche Beziehung zu Jesus. Der Autor Joseph Scriven wurde am 10. September 1819 in Irland geboren. Seine Kindheit und Jugend verlebte er unbeschwert. Als ausgezeichneter Schüler des Trinity College in Dublin lag vor ihm eine Erfolg versprechende Zukunft. Er fand eine Frau, die seine Lebensideale teilte. Sie verlobten sich und planten die Hochzeit. Am Hochzeitstag überquerte die Braut auf einem Pferd reitend die Brücke über den Fluss. Am anderen Ufer wartete der Bräutigam. Plötzlich wurde sie von einer Windböe erfasst, fiel in den Fluss und ertrank vor seinen Augen. Diesen Schock überwand Joseph Scriven nicht. Trotz bester Aussichten auf eine glänzende Karriere hielt er es in seiner Heimat nicht mehr aus. Er verließ Irland.

Sein Zuhause wurde Kanada. Er wollte seine Trauer vergessen. Dort verliebte er sich wieder und heiratete. Nicht lange nach der Hochzeit erkältete sich seine Frau schwer und starb an hohem Fieber. Joseph Scriven wohnte nun in der kanadischen Stadt Port Hope (Hafen der Hoffnung). Die schweren Schicksalsschläge legten sich wie eine große Trauer auf sein Leben. Bis zu seinem Lebensende litt er unter Depressionen. Hingabe an Jesus Christus prägte sein Leben. Armen und Bedürftigen half er, wo er konnte. Er selbst lebte bescheiden. Heute noch findet man wenige Meilen vor Port Hope eine Gedenktafel, die den Weg zu seinem Grab erklärt. »In Port Hope lebte ein Mann, der trotz schlimmster Schicksalsschläge sein Leben als Zeichen der Hoffnung für arme Menschen lebte. Er diente und ermutigte Menschen in seinem eigenen Leid.

Kurz vor seinem Tod besuchte ihn ein Freund. Er fand ein Gedicht mit der Überschrift: „Welch ein Freund ist unser Jesus“. Die Zeilen faszinierten ihn. Sie bezeugten die innige Beziehung zu Jesus. Joseph Scriven schrieb sie 1857, kurz vor dem Tod seiner Frau. Sie sollten seine Mutter trösten. Diese litt unser dem schweren Lebensschicksal ihres Sohnes.

Im Winter 1886 wurde Joseph Scriven tot in einem Fluss liegend aufgefunden. War es ein Unfall? Hatte er sich das Leben geommen? Man fand es nie heraus. Menschlich gesehen ist Joseph Scriven gescheiterte Existenz. Sein Gedicht zeigt uns noch heute, woher er seine Lebenshoffnung nahm. Nicht lange nach seinem Tod bekamen die Zeilen durch Charles Crozat Converse eine Melodie. Damit wurde es zu einem der bekanntesten geistlichen Lieder. Ernst Heinrich Gebhardt übersetze das Lied ins Deutsche. Bis heute wird das Lied in Liederbüchern abgedruckt. Zuletzt 2010 im Jugendliederbuch „Feiert Jesus, Band 3“. Mir begegnete es in einem unerwarteten Zusammenhang. Im Musical „Die Heilung des Gelähmten“ von Matthias Hanßmann kann man es zeitgleich mit dem Lied „Freunde haben ist wie ein Geschenk“ singen.


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