Glauben, Vertrauen – und Warten

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Glauben und Vertrauen sind in der Bibel so eng beieinander, dass sie ohne Probleme austauschbar behandelt werden können. Immer dann, wenn die Bibel von „Glauben“ spricht, ist
Reden wir in der beschriebenen Situation nun von Glauben oder vom Vertrauen? Der in der Luft fliegende Artist glaubt an den Fänger. An seinen Willen ihn zu fangen und sein Können ihn zu fangen. Genauso könnte man vom Vertrauen in der Situation reden. Das der fliegende Artist dem Fänger völlig vertraut. 
Dieses Bild von den beiden Artisten ist eine wunderbare Beschreibung unseres Glaubens an Jesus. Wir sind die, die die alte Haltestange losgelassen haben, und nun in die Arme Jesu fliegen. Wir sind völlig sicher, dass seine Absicht und seine Fähigkeit uns aufzufangen ausreicht. Das sein Blut alle unsere Verfehlungen abgewaschen hat und dessen Kraft ausreichend genug ist uns in seinen Armen ankommen zu lassen.
Doch in diesem Bild hat es noch dem Moment des „Warten“. Das ist der Moment zwischen dem Abspringen und dem Aufgefangen werden. Warten, das ist hart, das ist mitunter brutal – doch für unsere Entwicklung so wichtig. Bereits David hatte das erkannt: 
Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!
‭‭Psalm‬ ‭27,14‬ ‭‬‬
In der Bibel ist „Warten“ so eng mit dem „Glauben“ verbunden, dass die Worte manchmal austauschbar sind. 43 mal allein im Alten Testament wird das Volk Israel zum „Warten“ angehalten. Warum? Warum lässt Gott uns warten? Wenn er doch alles tun kann, warum bringt er uns keine Hilfe und keine Erleichterung und antwortet jetzt sofort? Wahrscheinlich ist es so, dass das, was Gott in uns tut, während wir warten, mindestens so wichtig ist wie das, worauf wir warten……
Aber biblisches „Warten“ ist nichts Passives. Es ist keine Möglichkeit die unbequeme Realität zu umgehen oder vor meinen Problemen zu fliehen. Auf Gott zu warten ist aktiv, denn es verlangt nach geduldigem Vertrauen. Glaube ich, dass Gott gute Gründe dafür hat, wenn er zu mir sagt: „Warte!“ ? Mache ich mir klar, dass die Dinge für Gott anders ausgesehen, weil er sie aus der Perspektive der Ewigkeit sieht?
Auf den Herren zu warten ist ein zufriedenes, diszipliniertes, erwartungsvolles, aktives und manchmal schmerzliches Klammern an Gott. Auf Gott zu warten ist die kontinuierliche, täglich neue Entscheidung: „Ich will dir vertrauen und ich werde dir gehorchen. Auch wenn die Umstände meines Lebens nicht so sind, wie ich will, und vielleicht auch nie so werden, setze ich alles auf dich. Ich habe keinen Plan B.“
Und wie sieht das praktisch aus, im geduldigen Vertrauen zu warten? Vielleicht befinden Sie sich gerade jetzt in dieser hoch verletzlichen Phase. Sie mussten etwas loslassen oder haben ihre Sicherheiten verloren. Doch sie merken noch nichts davon, dass Gottes Hand sie auffängt. Werden Sie in absolutem Vertrauen warten? Werden Sie Geduld haben?
Nach einer Idee von John Ortberg in „Das Leben, nach dem du dich sehnst“, Gerth Medien, Asslar

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