Die Tochter des Leuchtturmwärters

Kategorien SOS-Serie
In der Schule war Geschichtsunterricht für mich immer eine total langweilige Angelegenheit. Es war einfach nur ein Auswendiglernen einer Unmenge von Jahreszahlen und Namen, für die man sich als Teenie ganz sicher nicht interessiert. Doch später dann habe ich entdeckt, dass Geschichte eine total spannende Sache ist. Geschichte wurde inspirierend für mein Leben und zutiefst bewegend. Einer solcher Geschichten ist der Bericht von Ida Lewis. Das, was ich euch nun erzähle, ist NICHT ausgedacht, sondern ihr könnt sogar einen Wikipedia Artikel über sie finden. 

Zwei Soldaten stehen am Rand eines Hafens in Neuengland. Ihre Kleidung schützt sie nur schwach vor dem eisigen Atlantik, der vor ihnen liegt. Der Tag war völlig düster und kalt, und es sieht nach einer stürmischen Nacht aus. Aber sie müssen zurück auf ihren Posten in Fort Adams, das man aus der Ferne erkennen kann. Jedoch müssen sie hierfür den grossen Hafen überqueren, der bekannt ist für seine tückischen Strömungen, besonders im Frühling wenn schnell einmal ein Sturm aufziehen kann.

Für ihren Tagesausflug hatten sie einen jungen Matrosen angeheuert, der ihnen versichert hat, er könnte sie auch durch das rauhste Wetter führen. Und jetzt mussten wirklich dringend zurück, der Abendapell wartete nicht auf sie. Kaum waren sie unterwegs, da senkten sich dunkle Wolken herab, es wurde immer dunkler, der Wind heulte, und das Wasser wurde rauh.
Sie waren Soldaten – keine Matrosen und wie sich schnell zeigte hatte ihr 14-jährige Führer weit weniger Erfahrung, als er sie glauben gemacht hatte. Der Wind wirbelt das kleine Boot herum und die Wellen warfen sie von einer Seite auf die andere. Schon sehr bald haben sie die Orientierung verloren, wussten nicht mehr ob das sichere Fort auf dem anderen Ende der Bucht vor ihnen, oder hinter ihnen lag. Doch dann sahen sie einen schwachen Lichtschein in der Dunkelheit. Durch den Sturm fuhr der Licht-Strahl eines Leuchtturms, der auf einer Felseninsel mitten im Hafen stand. Doch ihre Erleichterung hielt nur einen kurzen Moment, denn obwohl sie das Licht des Leuchtturms sehen konnten, zerbrach alle Hoffnung ihn zu erreichen. Eine mächtige Welle der aufgepeitschten See zog alle drei in das eiskalte Wasser.
Im Leuchtturm sass Ida Lewis, die älteste Tochter des Leuchtturmwärters. Sie war erkältet und versuchte sich am Ofen etwas zu wärmen. Der Sturmwind heulte um den Leuchturm, doch dann hörte sie etwas. Ein Geräusch das da nicht hingehörte. Ida sprang auf und stieg auf die Galerie des Leuchturms, in den Regen hinaus. Von dort konnte sie die um ihr Leben kämpfenden Männer in den Fluten sehen. Ida rannte die Stufen hinunter in die Nacht hinaus. Sie nahm sich nicht einmal die Zeit einen Mantel überzuziehen. Sie rannte zur Kaimauer am Hafen wo ihr Ruderboot lag. Schob das kleine Boot ins Wasser und kämpfte sich in den Sturm hinaus. Sie kam voran, doch Wind und Regen drohten sie wieder zurückzuwerfen. Sie kämpfte mit aller Macht dagegen an doch Welle um Welle brach über ihr kleines Boot herein und brachten es beinahe zum sinken. Doch während sie gegen Wind und Wellen kämpft hört sie immer noch die verzweifelten Hilferufe der Männer und macht weiter, immer weiter – bis sie sie endlich erreicht. Sie nimmt die ganze Kraft ihrer 50 kg zusammen um die schon fast bewusstlosen Männer nacheinander ins Boot zu ziehen und danach ans sicher Ufer zu bringen.
 
Die drei Männer, die Ida an diesem Tag rettete, gehörten zu den insgesamt 18 Menschen, die die Tochter des Leuchtturmwärters im Laufe ihres Lebens gerettet hat. Ein Dichter schrieb später über sie: In der Welt gibt es niemanden wie sie, so treu und so kühn, in Sturm und tosendem Unwetter gibt sie nicht auf, wird  zum sicheren Retter
In unser aller Leben werden, irgendwann, unweigerlich Sturm und Wellen kommen und so manch einer wird aus seinem kleinen Boot des Lebens hinausgeworfen in die Wellen und den tobenden Ozean. Bei manchen geschieht dies in Form von Enttäuschungen, Tragödien, oder was auch immer. Fast immer fehlen uns in solchen Stunden die Antworten. Wir werden uns verirren, werden kenterten und untergehen. So mach einer wird sich in unbekannten Gewässern wiederfinden, und nicht mehr wissen wie er herauskommt. 
Und auch wenn wir in solchen Stunden in der Ferne das Licht des Leuchturms sehen haben wir doch das Gefühl, es unmöglich erreichen zu können. Dies, weil wir denken , wir seinen zu weit weg, sind zu schwach, oder zu verloren. 
Aber eines darfst du wissen: Das Kind des Leuchtturmwärters ist bereits zu unserer Rettung unterwegs. Es hat die Sicherheit seines Zuhauses verlassen, Kämpfte in der aufgewühlten See unserer Welt, hat den schlimmsten Stürmen dieses Lebens getrotzt, damit wir Schiffbrüchigen gerettet werden können. 
Jesus ist auf diese Welt gekommen, hat den Komfort seines Thronsaal verlassen, sich in Sturm und Wellen. Dieser Welt geworfen und unser Retter zu sein. So haben es die Engel auf dem Felde angekündigt: „Seht euch ist ein Retter geboren“. 
Doch als dieser Retter selber scheint unterzugehen, als er verraten wurde, verhaftet wurde, verhöhnt und verspottet Und schliesslich verurteilt und hingerichtet wurde, an Grün-Donnerstag und Karfreitag, da, als es so aussieht, als wäre er selber gescheitert, als wäre er selber in den stürmischen Fluten dieser Welt umgekommen, da kommt der grösste Triumph in Sichtweite. Denn der Tod kann ihn nicht festhalten. Das Grab öffnet sich, er kommt zurück. Vom Tod in das Leben zurück. Der starke Lichtstrahl von Oster-Sonntag Morgen strahlt aus dem geöffnetem Grab, nicht einmal der Tod selber kann Jesus daran hindern seinen Rettungs-Auftrag auszuführen. Und so wird diese Botschaft bis an die Enden der Erde verkündet: seht euch ist ein Retter geboren. Damit jeder der auf ihn vertraut gerettet wird. 

Der Hintergrund zu den SOS Geschichten

Die Gnade Gottes wurde in Jesus ein Mensch aus Fleisch und Blut. Die Mystik dieser biblischen Botschaft ist aus menschlicher Sicht kaum zu fassen. Und doch dürfen wir in dem biblischen Bericht sehen, dass diese entscheidende Wesensart Gottes in der Person Jesus sichtbar wurde. In seinem Reden, in seinem Handeln, in dem wie er mit den Menschen umging, alles an seinem Verhalten zeigt die Barmherzigkeit und Gnade Gottes. Bevorzugt wendete sich Jesus Menschen zu, die am Rande der Gesellschaft standen. Die durch das soziale Raster fielen, die keine Fürsprecher hatten, die sonderbaren, die gestrauchelten, die ohne Zukunft und Hoffnung um diesen zu zeigen: „Gott will dich – und er will dein zerbrochenes Leben wieder ganz machen“.

Um diesen zentralen Aspekt der biblischen Botschaft zu verdeutlichen sind die SOS Geschichten entstanden. Es sind zum grössten Teil reale Geschehnisse, die gleichzeitig moderne Gleichnisse dieser zentralen Gottesbotschaft sind: „Die Gnade Gottes will dein Leben heilen“.


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