Die Selbstauspeitscher (Flagellanten)

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Sich selber auspeitschen, als Gebet. Wie verrückt ist das denn, magst du dich fragen? Doch bis in unsere Tage gibt es diese ganz spezielle Gebetsform, die Selbstauspeitschung zur eigenen Busse und Reinigung vor Gott. Wer den Suchbegriff: „Flagellanten“, oder alternativ „Selbstauspeitscher“ in der Google Bildersuche eingibt bekommt wirklich schreckliche Bilder zu sehen, wie (vorzugsweise) Männer sich mit langen Peitschen selber auspeitschen. Aus Pietätsgründen habe ich bei dem Bild zu diesem Post auf ein historisches Bild zurückgegriffen. Dieses Thema der „Flagellanten“ ist so „normal“, dass selbst Wikipedia ihm eine ganze Seite widmet: https://de.wikipedia.org/wiki/Flagellanten
Warum nehmen Menschen solche Qualen auf sich, und begründen dies auch noch mit religiösen Motiven? Schon immer trieb das Leid mit dem eigenen Fleisch seine wilden Blüten. Schon Paulus fragte sich wehklagend: Wer erlöst mich von diesem verfluchten Fleisch? (Röm.7,24 in meinen Worten). Die Verzweiflung über den alten unerlösten Menschen, das „Fleisch“, das wir an uns herumtragen und das uns so viel Ärger bereitet. Immer wieder führt es uns in Versuchung, Dinge und Handlungen zu machen, die dem Willen Gottes offensichtlich entgegenstehen. Es führt uns in Versuchungen und überwältigt uns mit der „Lust“ an schlechten Dingen. Da können wir noch so kontrolliert, und noch so selbstzüchtig sein, irgendwann überwältigen uns die schlechten Leidenschaften. Die Flagellanten versuchten die „Lust des Fleisches“ zu bezwingen, indem sie das Fleisch in die Knie zwingen. Es traktieren und züchtigen. Immer in der Hoffnung, damit „Ruhe mit Gott“ zu finden. 
Doch ganz ehrlich, dies kann nicht funktionieren. Unmöglich. Paulus schreibt darüber in Kolosser 2,23:  
„Möglich, dass manche, die danach leben, den Anschein von Weisheit erwecken. Schließlich glänzen sie mit ihrer selbst erdachten Frömmigkeit, geben sich dabei auch noch bescheiden und schonen bei asketischen Übungen ihren Körper nicht. Doch das alles bringt uns Gott nicht näher, sondern es dient ausschließlich menschlichem Ehrgeiz und menschlicher Eitelkeit.“Kolosser‬ ‭2:23‬ ‭HFA‬‬
Paulus schreibt, dass die Selbstzüchtigung dem menschlichen Ehrgeiz und Eitelkeit dient, aber ganz sicher nicht einem „bei Gott zur Ruhe zu finden“. Denn nichts was das Fleisch macht, kann Gott gefallen, darin ist die Bibel eindeutig. Egal welche Bussform ein Mensch praktiziert, ob Haare scheren, Körperteile abhacken oder, oder, oder – wir können damit nicht näher zu Gott kommen. Der Kirchenvater Origenes(2.-3. Jhd.) hat sich in seiner Verzweiflung über sein eigenes Fleisch selber kastriert, hat aber seinen Irrtum später erkannt und öffentlich dazu Stellung genommen.
Der Grundsatz dahinter ist ganz klar: Nichts was das Fleisch macht, kann das Fleisch zähmen. Nur der Geist im Gläubigen kann die Lust des Fleisches eliminieren.  Da stellt sich dann automatisch die Frage: Was setzt das Wirken des Geistes im Gläubigen frei? Es ist das Wandeln in der Gnade Gottes. Doch wie macht man das „In der Gnade wandeln“?
Hier eine Detailerklärung:
Die Grundbedingung ist das Vertrauen auf Jesus, dass er uns zu Kinder Gottes und damit auch zu seinen Erben gemacht hat. Hieraus folgert ein Entdecken der himmlischen Reichtümer und ein Leben aus diesen Ressourcen. (Seine Leitung, seine Versorgung, seine Hilfe usw.)
Solch ein Lebensstil erzeugt automatisch eine Ausweitung des Heiligen Geistes im Gläubigen, was wiederum für eine Reduktion der „Fleischeslust“ und „Ruhe bei Gott“ führt. Alles zusammen: „Wandeln in der Gnade“.
Gerne lade ich dich zu dieser Form eines Selbst-Experimentes ein! 

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