Das Gesetz im Herzen – Teil 1

Kategorien Heilende Gnade-Serie

Die Frage nach der Bedeutung des Gesetzes aus den Büchern Mose für die Christen unserer Tage hat immer wieder eine Relevanz bei den Diskussionen in Bibelstunden und Hauskreisen. Immer wieder muss ich die Aussage hören, dass Gott das mosaische Gesetz in das Herz der Menschen geschrieben hat – zumindest aber die zehn Gebote. Doch ist dem wirklich so? Hat Gott wirklich die zehn Gebote oder gar das ganze Gesetz des Mose in unser Herz geschrieben? So steht es in biblischen Text:

»Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie in ihre Sinne schreiben«, (Hebräer 10:16 SCH2000)

„Das ist natürlich ein Verweis auf das Gesetz des Mose“, sagen einige Prediger. „Die zehn Gebote wurden zur Zeit des Mose in Stein geschrieben, in unseren Tagen aber hat Gott sie in die Herzen und Köpfe seiner Kinder geschrieben.“ Doch ich bin davon überzeugt, dass dies so nicht stimmt. Um meine Überzeugung darzulegen möchte ich siebzehn Gründe anführen, warum Gott NICHT die Zehn Gebote (oder gar das ganze Gesetz) in die Herzen der Menschen geschrieben:

1. Das Gesetz steigert die Kraft der Sünde (Röm 5,20) und die Kraft der Sünde ist das Gesetz (1.Kor.15,56). Warum sollte Gott (der liebevolle Vater) durch das Gesetz in deinem Herzen die Kraft der Sünde vergrössern wollen? Er will dich doch nicht in Schwierigkeiten bringen, sondern daraus erlösen.

2. Das Gesetz verurteilt (2.Kor.3,9). Jeder noch so kleine Fehler wird angeklagt. und der Gläubige zur Rechenschaft gezogen. Dagegen sagt Paulus im Römerbrief, dass es für die, die in Christus sind, keine Verdammnis gibt (Rö.8,1) und unser Herz damit nicht beständige Anklage führt, sondern Sicherheit und Annahme bei Vater ausstrahlt. Jesus hat uns frei gemacht vom Gesetz der Anklage (Rö.8,2) 

3. Das Gesetz dient dem Tod (2.Kor.3,7). Du bist aber nicht mehr ein Kind des Todes, sondern du sollst leben. Wer auf Christus vertraut ist bereits vom Tod zum ewigen Leben gewechselt (Joh.5,24). Denn Gott aber möchte das du lebst – in Ewigkeit, und das du dein Leben in Fülle geniessen kannst (Joh.10,10). 

4. Gesetz und Gnade sind nicht mischbar. Du bist unter der Gnade, nicht unter dem Gesetz. Paulus ist an der Stelle glasklar (Rö.6,14-15), beides gleichzeitige geht nicht. Als die Galater-Gemeinde unter Anleitung einiger bekehrter Pharisäer eine Mischform entwickelte, schritt der grosse Apostel massiv ein. Ganz klar schreibt er ihnen davon, dass sie das Evangelium der Gnade verlassen haben (Gal.1,6).    

Anmerkung:
Bis in unsere Tage gehört es zu einem festen Bestandteil des Erbrechts, dass ein neueres Testament immer ein älteres „ersetzt“ – und nicht ergänzt. Ebenfalls kann man aus dem älteren Testament nicht das „Ansinnen“ des Erblassers ablesen. 

5. Ein Leben unter dem Gesetz (oder in einer Mischform von Gesetz und Gnade) wird dich von Christus entfernen und lösen. Mit allen Konsequenzen die ein Leben ausserhab der Gnade und dem damit verbundenen Segen mit sich bringt. (Gal.5,4). 

6. Durch die Gemeinschaft mit dem Gesetz würdest du Jesus „betrügen“ (Rö.7). Im Römerbrief Kapitel 7 vergleicht Paulus die Verbindung mit Jesus mit einer Ehe. Er kommt in dieser Betrachtung zu dem Schluss, dass wer dem Gesetz anhängt, dass dieser einen Ehebruch mit Jesus begeht. Wenn Gott also das Gesetz des Mose in dein Herz schreiben würde, dann würde er damit deinen „Ehebruch mit Jesus“ fördern, und dass kann doch wohl nicht sein. 

7. Im Neuen Testament sind wir aufgerufen aus dem Glauben leben (Rö.1,7). Das mosaische Gesetz steht aber nicht für ein Leben aus dem Glauben (Gal 3,12), sondern das Gegenteil ist der Fall: Das Gesetz ermutigt uns, auf uns selbst und unser Bemühen zu vertrauen, anstatt auf Jesus zu setzen und ihm zu vertrauen. 

8. Diejenigen, die unter dem Gesetz leben, stehen unter einem Fluch (Gal.3,10) – [wie ich in meinem Post 163 erläutert habe]  Warum sollte Gott dich, durch das Gesetz in dir, unter einen Fluch stellen, wo er dich doch durch Christus gesegnet hat und dich ermutig ein Leben in diesem Segen zu führen? (1.Petr.3,9) 

9. Das Gesetz bindet und versklavt (Rö.7,6). Es macht unfrei und presst den Menschen in eine regulatorische Zwangsjacke. Doch Jesus ist gekommen, den Menschen Freiheit zu schenken. Es ist seine Absicht dich als freien Menschen zu sehen. 

10. Das Gesetz kann nichts fertig, vollständig und perfekt machen. Kein Mensch der dem Gesetz anhangt wird am Ende seiner Tage vor Gott stehen und Lob für seine Heiligungs- und Gerechtigkeitsbemühungen empfangen (Heb.7,19). Es ist unmöglich, dass jemand in seiner eigenen Kraft nach Gottes Kriterien vollkommen genug ist. Es ist Jesus der uns vollkommen macht, der der Vollender unseres Glaubens ist und uns untadelig vor dem Vater stehen lässt (Hebr.12,2).

11. Weil wir mit Christus verbunden sind, sind wir tot (rechtlich nicht anklagbar) für die Ansprüche des Gesetzes (Rö.7,6). Dies hat Gott absichtlich so geregelt, damit wir in der neuen Art und Weise des Geistes (seiner Leitung und Kraft) „nicht in der alten Weise des Buchstabens“ (des Regeln haltens) dienen. 

12. Immer, wenn es eine Änderung des (Gott dienendem) Priestertum gibt, muss es auch eine Änderung des Gesetzes geben (Heb.7,12). Seit der Ausgliessung des Heiligen Geistes ist eine neues Priestertum berufen, die allgemeine Priesterschaft aller Gläubigen, die allesamt Zugang zur gegenwart Gottes haben. Wenn Gott das alte Gesetz in unsere Herzen schreiben würde, dann wäre Aaron größer als Jesus und die neue Priesterschaft hinfällig. 

13. Gott selber hat den alten Bund des Mose für „unvollkommen, alt und überholt“ befunden (Heb.8,7+13). Wenn Gott nun den alten Bund in unser Herz schreiben würde, würde er selber das Opfer seines Sohnes beleidigen, der für die Abschaffung des alten Bundes und die Errichtung des Neuen Bundes gestorben ist.

14. Das Gesetz ist ein „Schatten des zukünftigen Kommenden“ und nicht dessen Realität (Hebr.10,1). Es ist wie ein verzerrter Schatten an der Häuserwand der auch niemals die Wirklichkeit widerspiegelt. Warum sollte Gott dir nun diesen Schatten statt des Echten in dein Herz geben wenn die Wirklichkeit selber in Christus sichtbar geworden ist? 

15. Die Juden haben das Gesetz von Engeln, also von Übermittlern erhalten (Hebr.2,2). Doch gleichzeitig sagt der Hebräerbrief, dass Gott durch Jesus geredet hat, der höher als alle Engel ist (Hebr 1:2+4). Warum sollte Gott dann das minderwertiges Geschenk in unsere Herzen legen, wenn das höherwertige in Christus selber bereits steht (Eph.3,17)? 

16. Manche Christen glauben, dass Gott möchte, dass sie das Gesetz des Mose als Leitfaden für ihr Leben nehmen. Aber warum sollte Gott wollen, dass sie den Fehler der Galather wiederholen (Gal.3,2) und dadurch aus der Gnade fallen und sich des grossen Segen berauben? 

17. Das alte Gesetz beinhaltet eine akribische Auflistung und Erinnerung an die Sünde. Doch im neuen Bund ist unsere Schuld durch Jesu Opfertod am Kreuz von Gott vergeben und vergessen (Hebr.10,17). 

Wenn das Gesetz, das Gott in unsere Herzen geschrieben hat, das Gesetz des Mose wäre, dann wäre Christus für nichts gestorben. Wenn Gott die Zehn Gebote in dein Herz und Verstand geschrieben hätte, solltest du in der Lage sein, alle zehn ohne Probleme einzuhalten. Kannst du das? Wohl eher nicht. Wenn du aber dennoch versuchst danach zu leben, bist du nun in grossen Schwierigkeiten, denn du versuchst im Fleisch (also in eigener Kraft) etwas zustande zu bringen, das nicht möglich ist.  

Die gute Nachricht ist, dass Gott ein anderes, viel besseres Gesetz in unsere Herzen geschrieben hat. Was ist das Neue ist kannst du in dem nächsten Post herausfinden!  – LINK Teil 2

Der Text ist entstanden unter Verwendung einer Veröffentlichung von Dr.Paul Ellis http://escapetoreality.org/2015/04/17/law-in-hearts-ten-commandments/


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