I Surrender … mein Kind [Post 232]

I Surrender … mein Kind [Post 232]

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Kann es wirklich richtig sein, dass eine Mutter das langersehnte Kind ohne Not für immer in fremde Hände gibt?

Die Geschichte ist verwirrend, beeindruckend und gleichzeitig von grosser Tiefe und Weisheit.

‭‭1. Samuel‬ ‭1:27-28‬ ‭SCH2000‬‬ – „Ich habe um diesen Knaben gebeten, und nun hat mir der Herr meine Bitte gewährt, die ich an ihn gerichtet hatte. Darum übergebe ich ihn (den Jungen) auch dem Herrn; alle Tage seines Lebens sei er dem Herrn übergeben! — Und er betete dort den Herrn an.“

Hanna, die Frau von Elkana konnte keine Kinder bekommen. Sie sucht Ihre Hilfe bei Gott und wird dann doch noch durch sein wunderbares Eingreifen schwanger. Doch was macht Hanna dann? Nach der Säuglings und Kleinkind-Phase gibt sie den Jungen „an Gott zurück“. Selbstverständlich im Einvernehmen mit ihrem Mann. Der kleine Samuel soll bei Gott, also in seiner Gegenwart gross werden. So bringen sie den kleinen Samuel zum Priester Eli damit er im Hause des Herrn, und mit dem dienen vor dem Herrn gross wird. Als Konsequenz sieht ihren Buben nur noch einmal im Jahr, nämlich immer dann, wenn sie neue Kleidung bringt und nach ihm beim Passah-Fest schaut.

Was für ein riesiger „I Surrender …“ Schritt, den sie dort gegangen ist. Ihr Kind, um das sie so vor Gott gerungen hat, als Schritt ihres Glaubens in Gottes Hände zurück geben. Kann das eine gute Mutter sein? Die ihr Kind auf so radikale Weise dem Herrn weiht? Für uns irgendwie schwer nachvollziehbar. Erst etwas unbedingt von Gott haben wollen, und dann doch wieder an ihn weggeben. Oder ging es gar nicht um das Kind, sondern nur um sie ? Darum, dass sie nicht mit der Scham der Kinderlosigkeit behaftet war ? Doch ihre Wortwahl und ihr Kümmern danach lassen darauf schliessen, dass sie dass Allerbeste für ihr Kind wollte, und das war die Nähe zu Gott in seiner Gegenwart.

Wenn wir heute bei der Kindersegnung die Kleinen dem Herrn weihen ist dies eher theoretischer Natur. Doch ich weiss, dass auch einige Eltern versuchen ihre Kinder in der Gegenwart Gottes gross werden zu lassen. Indem sie nicht nur die biblischen Berichte erzählen, sondern auch mit ihnen Momente der Gegenwart Gottes erleben – und mit ihnen darüber reden.

Für mich ist solches Bemühen absolut lobenswert, einmal eine Version unserer heutigen Helikopter- und Rasenmäher-Eltern-Generation , die mir sehr gefällt. Liebe jungen Eltern: mäht doch bitte alles nieder, was dem Erleben der Gegenwart Gottes für eure Kindern im Weg steht (Geistliche Rasenmäher-Eltern). Und tragt und fahrt sie möglichst nahe dran an diesen Ort der Präsenz Gottes damit sie sich gar nicht verlaufen können (Geistliche Helikopter-Eltern). Es werden Tage kommen, in denen sie unseren Glauben (den Glauben ihrer Eltern und Familie) abstreifen und für sich selber auf Entdeckungsreise gehen. Und das wann dann zählt und bleibt sind die Erlebnisse der Gegenwart Gottes.

In dem vergangenen Jahr habe ich mich immer wieder mit der Thematik der Kinder, die in unserem KiGo gestartet sind, aber später nicht im Glauben angekommen sind, beschäftigt. Oh ja, es gibt so einige davon. Das letzte Gespräch war auf dem Nachbarschaftsfest in unserem Quartier. Ein älterer Mann aus unserem Haus berichtete mir: “Ja, ich bin auch in „solcher“ Gemeinde gross geworden. Meine Eltern waren in der … doch für mich war das nichts“. Als ich dann etwas tiefer einsteigen wollte stellte sich raus, dass er viel „christliche Religion“ vermittelt bekommen hat, aber nie die Gegenwart Gottes kennen gelernt hat. Er hatte nie wie Samuel die Chance den lebendigen Gott kennen zu lernen, weil er nie in Kindertagen von der Gegenwart Gottes gehört hatte, geschweige sie erlebt hat.

Wenn ich dir also heute zurufe: „Surrender dein Kind“, dann bitte ich dich von Herzen darum, bringe dein Kind in Gottes Gegenwart und lasse es möglich lange darin. Solche Erfahrungen sind prägend für das gesamte weitere Leben und ihr zählt für mich zu den besten Rasenmäher-Eltern die es gibt.
Wenn du selber mehr wissen möchtest von der Gegenwart Gottes, dann empfehle ich dir den Post 206 „In der Kraft Gottes“.

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Das Wort „surrender“ kommt aus dem englischen und drückt in einem Wort aus, wofür wir in der deutschen Sprache ganze Aufsätze schreiben müssen. Es meint ein „sich selber aufgeben“, also eine Art „Kapitulation“ und sich unter jemanden anderes Herrschaft stellen. Oder in der alten Sprache: ein „sich demütigen unter“. Für Christen bedeutet dies, ein „sich unter die Herrschaft Gottes zu demütigen“. Also eine Lebenskapitulation in die Hände Gottes hinein.  Das Neue Testament ist voll von den Aufforderungen „surrender“ aktiv zu betreiben und dadurch zur inneren Erneuerung und Heilung des Herzens zu kommen, was so dringend notwendig ist. Doch können wir das ? Haben wir es gelernt ?  Paulus schreibt an die Epheser, das sie, die Christen in Ephesus, darin gelehrt wurden.  
“Und ihr wurdet gelehrt, euch in eurem Geist und in eurem Denken erneuern zu lassen“ – Epheser 4:22-23 NGU2011
Dieses „sich erneuern lassen“ ist ein aktiver Vorgang der vom Gläubigen ausgeht. Er weiss was er tun muss um sich erneuern zu lassen. Weisst du dies auch ? Die Themenserie „surrender“ wird dich darin belehren oder dein vorhandenes Wissen auffrischen. 

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I Surrender … mein Kind [Post 232]Dieser Beitrag von Pfr. Frank Vornheder ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen gestattet – International Lizenz 3.0-CH. Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie unter http://www.gottesruhe.com oder frank@gottesruhe.com erhalten.

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